Wo kommen Allergene überhaupt her? Finden Sie hier Informationen zur Herkunft von Hausstaubmilbenallergenen, Katzenallergenen und Schimmelallergenen.


Hausstaubmilbenallergene

Dermatophagoides Pteronyssinus ist eine der am häufigsten vorkommenden Hausstaubmilben in Europa (19KB) Im Gegensatz zu normalem Staub, enthält Hausstaub viele verschiedene Komponenten wie z.B. Hautschuppen von Tieren, Exkremente von Küchenschaben, Pollen oder verschiedene Arten von Schimmelsporen, die alle allergische Reaktionen hervorrufen können.
Das wichtigste Allergen im Hausstaub wird allerdings von kleinen Kreaturen, deren Existenz erst vor 25 Jahren entdeckt wurde, verursacht: den Hausstaubmilben.

Diese Hausstaubmilben, übrigens mit 8 Beinen (4 Beinpaaren) Verwandte von Spinnen und Zecken, sind für das freie Auge unsichtbar und haben eine durchschnittliche Länge von 300 µm.

Durch das Studium der Hausstaubmilbe kamen Wissenschaftler zu dem Schluß, daß die Hausstaubmilbenallergie nicht durch die Milben selbst, sondern durch Substanzen, die von der Milbe sekretiert oder exkrementiert werden, verursacht wird.

Bis zu 250.000 Milbenkotpartikel - sie enthalten verschiedene Hausstaubmilbenallergene - sind in einem Gramm Hausstaub enthalten (20KB) Im Jahre 1981 entdeckte das Ärzteteam Tovey, Chapman und Platts-Mills, daß dies eine Substanz in den Fäkalien der Milbe ist, die allergische Reaktionen auslöst. Jede Milbe produziert ca. 20 solcher Ausscheidungspartikel pro Tag.
Die Größe dieser Partikel ist vorerst 10 bis 40 µm, später zerfallen sie allerdings, so daß die meisten, die Allergene enthaltenden Partikel, im Bereich von 4,1 bis 8 Mikrometer zu finden sind.
Zum Vergleich: ein Haar ist ca. 60 µm dick und somit 10 mal größer.

Das Ei der Hausstaubmilbe ist das erste der 5 Entwicklungsstadien im Milbenleben (19KB) Hausstaubmilben benötigen Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit um sich zu vermehren und sind photophob (sie meiden das Licht).

Aufgrund dieser Bedingungen findet man die höchste Anzahl Milben im Bett, wo sie sich tief in den Matratzen, Pölstern und Tuchenten aufhalten und sich von kleinen Haut- und Haarschuppen der Menschen - nachdem diese von Schimmelpilzen angedaut wurden - ernähren.

Eine vertrocknete Milbe - wenn sie zerfällt entstehen Partikel, die ebenfalls Milbenallergene enthalten (9KB) Von Milben bevorzugt werden weiters Polstermöbel und Vorhänge, sowie Teppiche und Teppichböden. An allen diesen Orten findet man, obwohl sich die Exkremente der Milben, durch Luftbewegungen fliegend, im ganzen Heim verteilen, die höchsten Allergenkonzentrationen.


Übrigens ist es wichtig zu wissen, daß Hausstaubmilben sehr häufig vorkommen, und nichts mit gutem oder schlechtem Reinigen zu tun haben!



Schimmelallergene

Schimmel sind mikroskopisch kleine Pilze, die - im Gegensatz zu Pflanzen - nicht in der Lage sind ihre eigene Nahrung aus Sonnenlicht und Luft herzustellen. Sie setzen sich aus Faserbündeln zusammen und leben auf pflanzlichem oder tierischem Material, das sie für ihre Ernährung zersetzen.
Schimmel gehört mit zehntausenden von Arten zu den weitverbreitetsten lebenden Organismen. Ein alltägliches, bekanntes Beispiel ist Brotschimmel. Einige Arten von Schimmel produzieren Penizillin oder andere Antibiotika, andere sind für die landwirtschaftliche oder Nahrungsmittelproduktion notwendig. Wiederum andere erzeugen hochwirksame Toxine (Gifte) oder sind für verschiedene Pflanzenkrankheiten verantwortlich.

Penizillinsporen (28728 Bytes)Oft vermehrt sich Schimmel, indem er Sporen in die Luft abgibt, die sich dann an organische Stoffe festsetzen und zu neuen Bündeln heranwachsen. Diese fliegenden Schimmelsporen sind wesentlich zahlreicher als Pollenstaub, und wenn sie inhaliert werden, können sie allergische Reaktionen auslösen.

Schimmel kommt fast überall vor und ist - im Gegensatz zu Pollen - nicht an eine bestimmte Saison gebunden. Das Schimmelwachstum wird durch Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit gefördert, weswegen die Sporen in den feuchten Jahreszeiten vorherrschend sind.

Schimmel gibt es innerhalb des Hauses, und außerhalb, sofern kein Schnee liegt. Sehr häufig kommt Schimmel an schattigen, feuchten Orten und auf vermodernden Blättern bzw. anderen Pflanzenteilen vor. Viele Sporen verbreiten sich weit in der Luft und können so ins Haus eindringen. Andere entstehen bereits zu Hause, an Stellen mit hoher Luftfeuchtigkeit wie z.B. in Badezimmern oder Kellern.


Katzenallergene

Katzenallergen, jenes Material, das die Allergie auf Katzen auslöst, ist nicht das Katzenhaar, sondern ein Protein, das in den Hautschuppen und im Speichel der Katze vorkommt. Dieses Allergen schwebt als mikroskopischer Partikel, der, wenn er in die Nase oder Lunge eingeatmet wird, allergische Symptome hervorrufen kann.
Obwohl einzelne Katzen mehr oder weniger Allergen produzieren können, gibt es kein Verhältnis zwischen der Länge der Katzenhaare und der Allergenproduktion, und es gibt auch keine "allergenfreien" Rassen.

Katzenallergene, hier auf Katzenhaaren, zählen zu den kleinsten, derzeit bekannten Allergenen (11KB) Katzenallergen kommt in den größten Mengen in Haushalten mit Katzen vor, allerdings findet man es auch in Haushalten, die niemals eine Katze hatten, oder auch in Büros oder Ämtern, wo Tiere verboten sind. Katzenallergen ist besonders klebrig und wird mit der Kleidung befördert. Es ist beinahe unmöglich, nicht zumindest einer kleinen Menge Katzenallergen ausgesetzt zu sein. Natürlich wird diese Menge, dort wo Katzen sind, viel größer sein, und daher auch viel wahrscheinlicher allergische Symptome hervorrufen.

Da Katzenallergenpartikel besonders klein sind (ca. 1/10 der Größe des Hausstaubmilbenallergens), bleiben sie auch besonders lange schwebend in der Luft. Bei Leuten mit Katzenallergie werden Symptome mit hoher Wahrscheinlichkeit besonders schnell einsetzen, wenn sie einen Haushalt mit Katzen betreten, weil sich dort immer schwebendes Katzenallergen in der Luft befindet und sehr leicht eingeatmet werden kann.

Zahlreiche klinische Studien haben jedoch gezeigt, daß durch gezielte Maßnahmen die Allergenkonzentrationen - und gleichzeitig die Symptome der allergischen Personen - drastisch reduziert werden können:
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